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Ausgefragt: Was ist ein Bento? – Teil 2

In unserer Interview Kategorie „Ausgefragt“ fragen wir ab jetzt monatlich 10 Personen zu einem bestimmten Thema mit Bezug auf Bento und die japanische Küche aus.

Bei unserer ersten Frage „Was ist ein Bento?“ haben wir sowohl Bentoneulinge als auch fortgeschrittene Bentomacher aus unserem Bento Daisuki Forum gefragt. Zusätzlich zu den Antworten gibt es auch ein paar Kurzinformationen zur Person und das liebste selbstgemachte Bento.

Kiichigo (22 Jahre alt, bisher ca. 20-50 Bento für die Uni & Co erstellt):

Kiichigo BentoZunächst einmal würde ich sagen eine japanische Lunchbox. Dazu gehört natürlich auch ein japanischer Inhalt, aber mit der Zeit habe ich auch westliche Bentos zu schätzen gelernt. Für mich kommt es dabei drauf an nicht einfach nur ein Butterbrot oder Reste vom Vortag in eine Dose zu packen um es in die Uni, Schule oder zur Arbeit mit zu nehmen. Für mich sind die meisten Bentos auch immer mit etwas Zeitaufwand verbunden, da ich mir Gedanken machen muss, welche Dose nehme ich, was nehme ich mit, was kann ich Kombinieren, damit ich ein weitgehend ausgewogenes Bento habe usw.
Deswegen kommen richtige Bentos bei mir leider oft zu kurz und Fotos davon erst recht. 😉

Jasielle (28 Jahre alt, bisher ca. 200 Bento für sich selbst erstellt):

Jasielle BentoBento ist für mich eine komplette Mahlzeit zum Mitnehmen. Dabei ist egal ob es eine traditionelle japanische Box ist, oder eine westliche Plastikbox. Wichtig ist, dass das Essen kompakt und geordnet ist. Es sollte nicht lieblos in der Box herum kullern. Schön ist oft auch die Liebe fürs Details im Bento: ordentlich geformte Onigiri, Karottenblumen, etwas bunten Salat und schon hat man ein liebevolles Bento.

Der Inhalt darf gerne japanisch und asiatisch sein. Reis ist nach wie vor mein Favorit, weil die Reste sich wunderbar verwerten lassen und Reis satt macht. Aber westliche Bentos mit Brot, Nudeln oder Pseudogetreide wie Quinoa finde ich auch ansprechend.

Jasielles Blog: Bento und mehr

Jule (29 Jahre alt, bisher ca. 30+ erstellt):

Jule BentoBento ist für mich frisches Essen, das mir schmeckt und eine tolle Abwechslung zum Einheitsbrei im Supermarkt nebenan. Ich mache nur selten Bentos mit Reis, lieber mit gefüllten Teigtaschen, Schneckennudeln, Muffins und meinem absolutem Liebling Wrapröllchen Ich habe sehr viel Zubehör, benutze aber fast immer die gleichen Sachen, was ich am meisten Verwende sind meine Soßenbehälter in Tierform. Gerade mache ich nur noch wenige Bentos, da ich sie meistens für meinen Freund gerichtet habe, welcher aber nun auf seiner neuen Arbeitsstelle in der Kantine essen geht. Die neidischen Blicke und Kommentare der Kollegen waren ihm sicher 😉 Zur Zeit mache ich mir Bentos, wenn es auf Reisen geht oder zu einem Wochenendpicknick. Der Moment ist einfach unbeschreiblich, man sitzt z.B. in einem überfüllten Zug, die meisten rascheln mit ihrer Bäckertüte rum und essen was, von dem sie manchmal nicht mal wissen was es ist/ was drin ist und ich packe meine Dose aus, mit lauter leckeren Sachen die mir ganz bestimmt schmecken werden.

Jules Blog: Jule Word

Danii (47 Jahre alt, bisher ca. 500 Bento als Mittagessen u.a. für sich selbst erstellt):

Danii BentoUnter Bento versteht man zweierlei, einmal den Behälter in dem man Speisen zum Mitnehmen einpackt und zum zweiten die abgefüllten Gerichte, die man sich zum Essen mitnimmt. Für mich bedeutet ein Bento eine gute Möglichkeit mir gesunde und ausgewogene Unterwegsverpflegung mitzunehmen und nicht auf minderwertiges Essen angewiesen zu sein, wenn ich außerhalb esse. Aufgrund meiner Abneigung gegenüber schlechtem Fastfood und minderwertigen Kantinenessen nutze ich das Bento, um mir das Essen mitzunehmen, das meiner Lebensphilosophie entspricht. Man hat damit aus meiner Sicht sehr einfach die Möglichkeit, sich genau das Essen einzupacken, was man gerade besonders mag. Außerdem ist der finanzielle Aspekt hierbei nicht zu vernachlässigen, dadurch dass man mit dem Bento sehr gute Resteverwertung betreiben kann, werfe ich bei weitem weniger Lebensmittel weg, denn man kann sich ja die Reste des Abendessens für den nächsten Tag mit etwas frischen Obst und Gemüse ins Bento packen. Außerdem ist ein selbst zubereitetes Bento allemal billiger als Kantinen- und Gaststättenessen.

Neben diesen Aspekten fasziniert mich aber auch die japanische Philosophie des Washoku. Dabei verstehe ich Washoku als die harmonische Zubereitung und Darreichung von Nahrungsmitteln. Gerade das Erreichen einer kulinarischen Harmonie beim Essen, die durch die ästhetische Verwendung ausgewogener Lebensmittel entsteht, gefällt mir. Das hört sich jetzt vielleicht etwas hochgestochen an aber wenn ich mittags in unserem Speisesaal sitze und mir das Essen meiner Kollegen anschaue, gefallen mir meine bunten Bentoboxen doch vielmehr. Außerdem ist mein Essen nicht verkocht und ich bekomme durch den hohen Gemüse- und Obstanteil auch immer eine Portion Vitamine. Im übrigen sind meine Bentos mittlerweile recht anerkannt bei meinen Kollegen und gelegentlich ernte ich schon mal neidische Kommentare.

Häufig werde ich nach den Regeln des Bentopackens gefragt aber so viele gibt es aus meiner Sicht nicht. Ich packe Bentos selten nach einer Vorgabe aber ich habe bemerkt, dass sich bei mir meist ein Verhältnis von 3:2:1 ergibt. Das heißt bei mir besteht ein ausgewogenes Bento meist zu drei Teilen Kohlenhydraten, zwei Teilen Obst und Gemüse und einem Teil Proteine/Eiweiß. Dabei wird der Fleischanteil bei mir in der letzten Zeit immer geringer. Auch ist es mir immer wichtiger, dass ich wenig verarbeitete Lebensmittel verpacke. Außerdem versuche ich gerade bei Obst und Gemüse auf saisonale Angebote zurückzugreifen. Na ja zu mindestens meistens.

Daniis Blog: Lecker Bentos und mehr

Satsuki (27 Jahre alt, bisher ca. 88 Bento für Zwischendurch erstellt):

Satsuki BentoFür mich ist ein Bento in erster Linie die Bezeichnung für eine japanische Lunchbox. Das heißt jedoch nicht unbedingt, dass die Bento Box aus Japan kommen und der Inhalt aus der japanischen Küche stammen muss! Meiner Meinung nach geht es beim Bento eher darum die Prinzipien einer gesunden und ausgewogenen Mahlzeit, die vielleicht sogar auch noch Spaß macht zu essen, umzusetzen. Dementsprechend sollte jeder immer das in sein Bento packen, was ihm selber (oder der Person für die das Bento ist) schmeckt! Eine schicke Box und ein hübsches Anrichten animieren natürlich noch einmal zusätzlich zum (gesunden) Essen. (^3^)

Satsukis Blog: Kirschkuchen

Hier geht es zum ersten Teil von „Ausgefragt – Was ist ein Bento?“: Lesen

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