Start Japan Fabelwesen Yōkai: Oni – japanische Dämonen

Yōkai: Oni – japanische Dämonen

Oni (鬼) sind beliebte Figuren der japanischen Mythologie und bezeichnen wilde, gehörnte Dämonen, Oger oder Teufel, die bevorzugt in Bergregionen, Höhlen, verlassenen Burgen, auf Inseln (siehe zum Beispiel die Geschichte rund um den tapferen Pfirsichjungen Momotarō) sowie natürlich in der Hölle selbst leben. Die Vorstellung reicht von dummen, ogerähnlichen Figuren bis hin zu wohlwollenden oder aber abgrundtief bösen (und hässlichen) Wesen. Sie sind riesengroß und obwohl sie den Menschen ähneln, haben sie oft eine ungerade Anzahl von Augen oder Gliedmaßen und manchmal auch den Kopf eines Pferdes oder Ochsen. Zusätzlich haben sie scharfe Klauen, wildes Haar und ein bis zwei Hörner. Ihre Haut ist meist rot oder blau, es sind aber auch andere Farben möglich. Als Kleidung (meist nur ein Lendenschurz) tragen sie Tierhäute, vor allem die des Tigers, und in ihren Händen schwingen sie mächtige Eisenkeulen. Man sagt, dass sich eifersüchtige oder traurige sowie verfluchte Frauen in einen Oni verwandeln. Weibliche Dämonen sehen jedoch ein wenig anders aus und werden Kijo (鬼女) genannt. Ansonsten entstehen sie nach dem Tod besonders böser Menschen und unterstehen dem buddhistischen Höllengott Enma. Nur wenn eine Seele abgrundtief böse ist, entsteht auch ein Oni auf Erden, der dann die Lebenden terrorisiert.

Heute überwiegt vor allem die Vorstellung von bösen Dämonen und Wächtern der Hölle. So tauchen sie beispielsweise in Serien wie Dragonball, Shuten Doji, Sacred Seven und Inu Yasha auf.

Fähigkeiten und Schwächen

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Oni sind unmenschlich stark und werden deshalb auch mit Unbesiegbarkeit assoziiert. Ihnen werden auch bestimmte Zauberkräfte zugeschrieben, sodass einige angeblich sogar fliegen können. Als kleines „Hobby“ der Dämonen wird das Spiel Fangen angesehen.

Als wilde böse Dämonen und Soldaten der Unterwelt angesehen, sorgen Oni für Kriege, Naturkatastrophen und Krankheiten. Dies glaubte schon der buddhistische Mönch und Reformer Nichiren (1222-1282). Unter Kindern gelten sie als Schreckgespenst – ähnlich unserem „Schwarzen Mann“ – und sie bestrafen mit Vergnügen die Verdammten in der Hölle. Oni können durch verschiedene Rituale verscheucht werden – wie beispielsweise beim Setsubun Fest oder der jährlichen oni-yarabai Zeremonie. Als Beschützer verwendet man zudem gerne Affenstatuen.

Bis zum 13. Jahrhundert galten Oni jedoch tatsächlich noch als eher gutmütig. Sie wehrten bösartige Geister ab und konnten sogar zu kami (Gottheiten) werden. Dies zeigt sich heute noch in manchen Paraden von Volksfesten, bei denen Oni vorneweg laufen, um böse Einflüsse zu vertreiben.

Oni in der japanischen Küche

OroshiganeZum Fest Setsubun verwendet man Sojabohnen, um die Dämonen zu vertreiben. Es wird deswegen auch Bohnenwurfzeremonie genannt. Zum Reiben von Daikon verwendet man außerdem eine Küchenreibe, die auch oni oroshi oder „Teufelsreibe“ genannt wird. Passend: Diese ist oft aus Eisen, was einen Bezug zur Eisenkeule der Dämonen hat.

Yōkai (妖怪), wörtlich übersetzt in etwa „unheimliche Erscheinung, Ungeheuer, Monster, Spuk“, bezeichnet im Allgemeinen japanische Fabelwesen wie Geistwesen, Dämonen, Monster und niedere Götter.

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