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Was ist ein Bento?

Bento von token @ Bento Lunch Blog

Unter einem Bento (弁当), höflich auch O-Bento (お弁当), versteht man eine Lunchbox in der die Speisen mundgerecht angerichtet werden. Die Anordnung und der Inhalt folgen dabei bestimmten japanischen Prinzipien. Je nachdem, wie man es zubereitet, entstehen unterschiedliche Bento Arten. Grundsätzlich wird die Lunchbox aber unterwegs, zum Beispiel in der Schule oder auf der Arbeit, bei Zimmertemperatur gegessen und beinhaltet eine komplette Mahlzeit. Traditionell werden sie in Boxen aus Holz oder Kunststoff angerichtet, die oft noch kleinere Unterteilungen haben. Es gibt aber auch viele Supermärkte, Conbini u.a., die Plastikboxen für den einmaligen Gebrauch anbieten. Traditionell bereiten Mütter und Ehefrauen morgens frisch eine Lunchbox zum Mitnehmen zu.

Da Bento nun mal aus Japan stammen, ist natürlich auch der Inhalt stark an der japanischen Küche orientiert. Dennoch gibt es hierzulande, wie auch in Japan, ebenso westliche Kreationen. Hauptsache es schmeckt!

Neben zahlreichen Boxen in allerlei Formen, Farben, Größen und Materialien gibt es unheimlich viel Zubehör zum einfachen Dekorieren oder als praktische Zusatzfunktion. Das Spektrum reicht von Silikonformen und Pieksern über Ausstanzern und Trennwänden bis hin zu Saucenfläschchen, Eierformern, Taschen und und und.

Bento Geschichte

Bento des Jahres 2015 von Mikado
Bento des Jahres 2015 von Mikado

Bento gibt es in Japan schon seit dem 5. Jahrhundert. Damals nutzte man zum Transport große Blätter, Lederbeutel, Leinensäcke, geflochtene Strohumschläge, Weidenkörbe oder runde Holzeimer. Die ersten richtigen Boxen bestanden aus Bambusröhren und sollen eine antiseptische Wirkung gehabt haben. Wenig später nutzte man einfache Holzboxen, die teilweise sogar weggeworfen wurden.

In der Kamakura-Zeit (1185-1333) wurde gekochter und getrockneter Reis (hoshii) in einer kleinen Tasche mitgeführt – der Ursprung der Bento Box. Während der Azuchi Momoyama-Zeit (1568-1600) wurden lackierte Holzboxen entwickelt und zum Beispiel während einer Kirschblütenschau (hanami) oder einer Teezeremonie (chakai) verzehrt. Der Begriff ‚Bento‘ soll in dieser Zeit vom mächtigen japanischen Feldherrn und Reichseiniger Oda Nobunaga (1534-1582) erfunden worden sein, während er Speisen individuell an seine Soldaten zu Zeiten einer Belagerung verteilte.

In der Edo-Zeit (1600-1868) waren Bento vor allem bei Reisenden beliebt, die sogenannte koshibentō an der Hüfte trugen. Bento verbreiteten sich zunächst vor allem unter Schauspielern und Helfern im Theater, die sie zwischen den Szenen (maku) aßen. So entstanden die heute beliebten Makunouchi Bento. Sie wurden nicht nur zum Stillen des Hungers verwendet, sondern ließen eine Art „Picknick-Küche“ entstehen, die für Ausflüge und Feiern sowie bei Sumokämpfen und Theaterbesuchen genutzt wurde. Auch erste Kochbücher zum Thema entstanden. Inhaltlich bestanden sie im Wesentlichen aus Reisbällchen und Beilagen.

Bento des Jahres 2015 von Danii @ Lecker Bentos und mehr
Bento des Jahres 2015 von Danii @ Lecker Bentos und mehr

Zur Meiji-Zeit (1868-1912) wurden die ersten Lunchboxen an Bahnstationen verkauft (ekiben). Die erste Box soll am 16. Juli 1885 während der Eröffnung der Bahnstrecke zwischen Tōkyō’s Ueno Station und Utsunomiya für etwa 5 Sen verkauft worden sein. Sie enthielt, eingewickelt in Bambusrinde, zwei Reisbällchen (omusubi/onigiri), die mit Umeboshi gefüllt und mit gerösteten Sesamkörnern ummantelt wurden. Als Beilage gab es einige Scheiben eingelegten Rettichs (takuan). 1888 wurde bei der Eröffnung der San’yō Linie eine noch unvollendete Holzbox an der Himeji Station verkauft.

In der letzten Hälfte des 19. Jahrhunderts war die dreistöckige Box beliebt, nach dem 2. Weltkrieg eher die zweistöckige Box. Ab 1921 wurden einstöckige Boxen mit vier Abteilen zur Gewohnheit. Es begannen auch westliche Inhalte wie Pasta oder Sandwich populär zu werden. Während vor allem Aluminiumboxen in der Taishō-Zeit (1912-1926) als Luxusgut galten, werden sie ab den 1980er Jahren wieder erschwinglich und sind aus dem japanischen Alltag kaum noch wegzudenken.

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